Der ultimative Aareböötle-Guide

Sicherheitstipps

Aareböötle – sicher doch! Das lustige Matrosinnen- und Matrosenleben birgt aber auch Risiken und heikle Situationen. Warum sollte das eigene Gummiboot angeschrieben werden? Was gilt es zu beachten, wenn die Strecke mit Brücken besiedelt ist? Und wie kommt die Besatzung samt Gummiboot mühelos aus der Aare? Hier gibt's die ultimativen Sicherheitstipps für ein reibungsloses Aareböötle.

Hinweis: Dieses Kapitel enthält allgemeine Sicherheitstipps. Konkrete Ratschläge zu ganz spezifischen Passagen sind im Kapitel Strecken zu finden.

Wie einst Johann Wolfgang von Goethe sagte: «Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun.»

Flussregeln

Ohren spitzen und gut aufpassen!

Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG hat Flussregeln aufgestellt, um Unfälle und andere Missgeschicke auf der Aare zu verhindern. Die folgenden Punkte sind beim Aareböötle zu beachten:

  • Schlauch- und Gummiboot-Besatzungen müssen mit einer Rettungsweste ausgerüstet sein.
  • Die angegebene Nutzlast des Bootes darf nicht überschritten werden.
  • Boote nicht zusammenbinden – sonst sind sie nicht mehr oder nur schlecht manövrierfähig.
  • Boote mit wasserfestem Stift mit Name und Adresse anschreiben.
  • Unbekannte Flussbereiche müssen vor der Fahrt erkundet werden.
  • In freie Gewässer (Flüsse, Weiher und Seen) wagen sich nur geübte Schwimmerinnen und Schwimmer.
  • Menschen oder Tiere dürfen nie mit Leinen am Boot festgebunden werden.
  • Bei kaltem Wasser verkürzt sich der Ausflug – Unterkühlung kann zu Muskelkrampf führen.
  • Die Besatzung verzichtet auf Alkohol, weilt nicht zu lange in der prallen Sonne und checkt die Wetterprognosen.

Bei Notfällen umgehend den Polizeinotruf (117 oder 112) sowie den Sanitätsnotruf (144) wählen.

Der Kontakt mit der Polizei – auch bei einem vermeintlich harmlosen Zwischenfall – erleichtert es, unbeaufsichtigte Boote der Besitzerin oder dem Besitzer zuzuordnen und verhindert aufwändige Suchaktionen. Sobald die gesamte Besatzung in Sicherheit ist, wird den Rettungskräften Entwarnung gegeben. 

Die Stadt Bern setzt sich mit «Aare You Safe?» schon seit mehreren Jahren für die Prävention von Unfällen in der Aare ein. Die Kampagne 2019 steht ganz im Zeichen der Sicherheit auf dem beliebten Gummiböötli. Dabei macht sie auf wichtige Sicherheitsmassnahmen aufmerksam, die es beim Aareböötle zu beachten gilt. Beispielsweise, dass das Tragen einer Rettungsweste nichts Unbequemes, sondern etwas Praktisches ist, das Leben rettet. Eine kultige und fürs Aareböötle bestens geeignete Rettungsweste ist auf der Webseite in limitierter Auflage erhältlich.

Auch die «Aare You Safe?»-App widmet sich dieses Jahr dem Böötli-Kult. Unter dem Motto «It’s not a game» können Userinnen und User ihr Paddel-Geschick testen, Hindernissen ausweichen und gekonnt an Land anlegen. Ab aufs virtuelle Gummiboot!

Schlechte Bedingungen

Wenn über den Dächern Berns ein Gewitter tobt, ist am Folgetag eine Aareböötle-Tour nicht zu empfehlen.

Gewitter

An sonnigen Tagen ziehen in der Schweiz gegen Nachmittag und Abend öfters Sommergewitter auf. Doch auch am Tag nach einem Gewitter ist es nicht ratsam, loszuschippern – denn der sonst grünblaue, glasklare und saubere Fluss färbt sich schlammbraun und führt viel Schwemmholz mit. Dann ist nicht nur das Schwimmen in der Aare, sondern auch ein Ausflug auf dem Gummiboot gefährlich. Unser Tipp: Unbedingt im Voraus auf bern.com/wetter das Wetter checken.

Zu hoher Wasserstand

Nicht nur das Wetter, sondern auch den Wasserstand sollte vor dem Aareböötle-Tour geprüft werden. Vor allem im frühen Sommer schmilzt in den Berner Alpen das Gletschereis, welches direkt in die Aare fliesst. Der Wasserpegel steigt, die Strömungen werden rasant schnell, das Manövrieren schwierig. Dasselbe kann passieren, wenn es die Tage oder Stunden zuvor geregnet hat. Für einen sicheren Ausflug wird eine maximale Abflussmenge von 230m3/s empfohlen.

Zu tiefer Wasserstand

Bei zu tiefem Wasserstand hingegen, beispielsweise nach längerer Trockenzeit, können Gummiboote in Ufernähe auflaufen. Stellen, an welchen der Fluss nicht tief genug ist, sind oft durch Strudel im Wasser erkennbar. Hier gilt es gut aufzupassen, damit das Gummiboot nicht beschädigt wird. Bei unter 100m3/s sollte die Aareböötli-Tour verschoben werden.

  • Tipp

    Wir empfehlen, vor jeder Aareböötle-Tour auf der «Aare Guru»-App oder www.aare.guru das Wetter und den Wasserstand zu checken. Bei Gewitter oder Wassermengen über 230-250m3/s sollte der Ausflug abgesagt werden.

  • Tipp

    Bei Unsicherheit und Fragen, gibt die Kantonspolizei Bern, sowie die Seepolizei Thun und Wohlensee gerne Auskunft: +41 (0)33 356 86 41.

Do's & Don'ts

Eine gute Idee oder doch nicht?

Do's

👍🏼 Zuhause bleiben bei Verletzungen, Kater, Unwohlsein und körperlich schwachem Zustand.

👍🏼 Erst ab 16 Grad Wassertemperatur in die Aare steigen – beugt Kälteschock vor.

👍🏼 Das Gummiboot vor der Benutzung auf Löcher und sonstige Schäden überprüfen.

  • Tipp

    So werden Löcher ausfindig gemacht: Das Gummiboot halbwegs aufpumpen, das Ventil gut verschliessen und leichten Druck auf der Oberfläche ausüben. Wo Luft aus dem Gummiboot entweicht, ist das Loch zu finden. Gut zuhören!

👍🏼 Mitten durch die Brückenpfeiler fahren und kräftig paddeln, um nicht in die Stromschnellen zu geraten.

👍🏼 Auf Brückenspringerinnen und -springer achten und Warnsignale geben.

👍🏼 Ersatzpaddel einpacken, um bei Verlust noch Steuern zu können.

👍🏼 Nur geübte Schwimmerinnen und Schwimmer dürfen in die Aare – eine Rettungsweste ist wärmstens empfohlen! 

👍🏼 Mindestens eine Matrosin oder ein Matrose bleibt immer an Bord – niemals alleine Aareböötlen.

👍🏼 Das eigene Gummiboot mit Name, Adresse und Telefonnummer anschreiben. 

👍🏼 Bei Notfällen umgehend den Polizeinotruf (117 oder 112) sowie den Sanitätsnotruf (144) wählen.

👍🏼 Alarmieren: Wer ein verlassenes Gummiboot sichtet, kontaktiert den Polizeinotruf (117 oder 112).

👍🏼 Sobald die Besatzung nach einem Zwischenfall in Sicherheit ist, Entwarnung geben.

 

Don'ts

👎🏼 Eine Stunde vor dem Einwassern keine grossen Mahlzeiten verputzen.

👎🏼 Nie direkt vom Gummiboot in die Aare springen. Den Körper benetzen und auf die erfrischende Kälte vorbereiten.

👎🏼 No drinks, no worries: Beim Aareböötle gilt 0.5‰ als Obergrenze (ein Genussbierchen liegt drin).

👎🏼 Wenn möglich, nicht zu nahe am Ufer fahren – dort gibt's Steine sowie herabhängende Sträucher und Äste.

👎🏼 Auf keinen Fall mehrere Gummiboote mit einem Seil aneinander binden – sonst sind sie nicht mehr manövrierfähig.

👎🏼 Aufgepasst mit Zigaretten: Durch die Asche ist ein Gummiboot schnell durchlöchert.

Wer sollte nicht mit aufs Boot?

Bitte anhalten!

Die Aare ist sehr gastfreundlich und heisst beim Aareböötle so ziemlich alle von Herzen willkommen – es gibt aber folgendes zu beachten:

Ungeübte oder Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer

Nur geübte Schwimmerinnen und Schwimmer sollten sich auf die Aare trauen. Auch wenn eine Aareböötle-Tour meist gemütlich und ohne Zwischenfälle abläuft: Es kann passieren, dass das Gummiboot kippt und die ganze Crew samt Hab und Gut im Wasser landet. Für solche Notfälle sollte die Besatzung gut schwimmen können und wissen, mit welchen Tricks sie sich in einem Fluss aus Stromschnellen und Strudeln befreit.

Kleinkinder

Auch bei Kindern ist die ausreichende Schwimmerfahrung das A und O. Bei unter 14-Jährigen empfehlen wir Rettungswesten und die Begleitung von Erwachsenen. Das empfohlenes Mindestalter beträgt 6 Jahre.

Tiere

Hunde, Katzen und sonstige flauschige Familienmitglieder sollten besser an Land bleiben. Falls Bello in den Bern-Ferien dabei ist und Herrchen oder Frauchen nicht aufs Aareböötle verzichten möchten, finden sie hier einen Berner Hundesitting-Dienst.

Schwangere

Baby on Board? Das Aareböötlen ist aufgrund der ruckartigen Wellenbewegungen für Schwangere nicht zu empfehlen.

Auswassern leicht gemacht

Garantiert Auswassern-freundlich: Camping Eichholz

In die Aare zu steigen ist meist einfacher, als wieder rauszukommen. Neulingen empfehlen wir die freundlichste aller Ausstiegsstellen: diejenige beim Flussbad und Camping Eichholz, am Ende der legendären Route von Thun Schwäbis (oder Uttigen) nach Bern.

So wird das Gummiboot bei der Ausstiegstelle Eichholz souverän aus dem Wasser manövriert: 

  • Sobald auf der rechten Flussseite der Elfenau-Park auftaucht: Paddel bereit halten. Ab hier geht’s nur noch wenige Minuten bis zum Ausstieg.
  • Das Flussbad Eichholz befindet sich nach einer grossen Linkskurve auf der linken Seite und ist am langen Kieselstrand erkennbar.
  • Besatzung aufteilen – die eine Hälfte bleibt im Gummiboot, die andere Hälfte hüpft etwa 3 Meter vor dem Ufer ins Wasser und schwimmt mit (respektive kann bald schon im Wasser stehen).
  • Die Crew im Gummiboot paddelt ans Ufer – nicht zu schnell und nicht zu langsam, um den Ausstieg nicht zu verpassen.
  • Am Rand fliesst das Wasser gemütlicher – die Crew im Wasser kann das Gummiboot festhalten und in Richtung Ufer ziehen.
  • Stranden, sanft auf den Kieselboden gleiten, Aussteigen und das Gummiboot gemeinsam ans Ufer ziehen.
  • Tipp

    Beim Flussbad Eichholz kann die Besatzung ans Ufer paddeln und dort sanft auf den Strandboden gleiten. An anderen Stellen (z.B. beim Marzilibad) ist dies nicht möglich. Dort gibt es rote Ausstiegstreppen mit Geländern, an denen sich die Crew festhaltet, um das Gummiboot an Land zu ziehen. Nach den Roten Treppen Ausschau halten!

  • Fact

    Unbedingt spätestens beim Marzilibad, etwa 10 Fahrminuten nach dem Flussbad Eichholz, aus der Aare steigen – danach folgt ein Wehr! Vor dem Freibad weisen diverse Schilder auf die Distanz zur letzten Ausstiegsstelle hin.

Kapitelübersicht

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