Der ultimative Aareböötle-Guide

Die Strecken

Viele Wege führen nach Rom – gleiches gilt auch für die Aare. Beim Aareböötle ist der Weg das Ziel und die grosse Strecken-Auswahl stellt die pingeligsten Matrosinnen und Matrosen zufrieden. Wir stellen unsere drei Top-Favoriten vor: eine Strecke für Gesellige, eine Tour für Ruhesuchende und einen Ausflug für Abenteuerlustige.

Ob sportlich oder Zen-artig –  die Aare bietet für alle Gummiboot-Aficionados eine passende Strecke. Unsere drei Lieblingsrouten gibt's hier zu entdecken.

  • Fact

    Die grosse Auswahl an Gummiboot-Strecken ist natürlich begründet – mit einer Gesamtlänge von rund 288 Kilometern ist die Aare der längste gänzlich innerhalb der Schweiz liegende Fluss. Sie entspringt in den Berner Alpen westlich des Grimselpasses und mündet zusammen mit der Reuss und der Limmat in den Rhein bei Koblenz.

  • Aare-Karte
  • Sicherheitshinweise

    Es ist wichtig, der Aare mit gesundem Respekt zu begegnen und sich im Voraus über mögliche Gefahren zu informieren. Das Schwimmen in der Aare empfiehlt sich nur für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer und erfolgt auf eigene Gefahr. Die SLRG und die Stadt Bern vermitteln (lebens-)wichtige Hinweise für alle, die sich in und an der Aare aufhalten.

    Bernerinnen und Berner sind bei Unsicherheiten und Fragen zu Ein- und Ausstiegsorten sowie mit Tipps für einen unvergesslichen Aareschwumm gerne behilflich.

  • Naturschutz

    Die Auenlandschaften entlang der Aare sind besonders sensible Öko-Systeme. Aus diesem Grund steht fast die gesamte Flusslandschaft zwischen Thun und Bern unter Naturschutz. Wir bitten alle, die sich auf in oder an der Aare aufhalten, Sorge zur Natur zu tragen, keinen Abfall liegenzulassen und die Tiere nicht unnötig zu stören.

Für Gesellige

Der Klassiker schlechthin: Von Thun bis Bern in die Aare stechen.

Here it goes: Der Klassiker unter den Aareböötle-Strecken. Bernerinnen und Bernen können diese Route im Schlaf paddeln. Die Bergspitzen im Hintergrund, der sanfte Wellengang, der Duft der Brutzelstationen am Ufer entlang – Wer sich nach Geselligkeit sehnt, wird zwischen Thun Schwäbis und Bern fündig. Hier gibt's allerlei wertvolle Tipps zur Anreise, zum Ausstieg und zu allem was dazwischen kommt.

Von Thun Schwäbis (oder Uttigen) bis Bern

Geselligkeit hoch zehn. Die bekannteste und wohl beliebteste aller Aareböötle-Strecken führt von Thun Schwäbis nach Bern über die legendäre Uttiger Schwelle.

Ganze drei bis fünf Stunden nimmt die etwa 25 Kilometer lange Strecke in Anspruch. Bevor das Gummiboot aufgepumpt wird, gibt's hier noch allerletzte Anweisungen für Matrosinnen und Matrosen. Die vorzüglichsten Grillstellen und Tipps für das unfallfreie Manövrieren über die Uttiger Schwelle gibt's gleich dazu (schon mal vorweg: Wer die Paddeleinheiten zum ersten mal in Angriff nimmt, wassert lieber erst in Uttigen ein, unterhalb der Schwelle). 

Ausgangspunkt für den geselligen Klassiker ist das Restaurant Bellevue bei Thun Schwäbis. Dort steht eine automatische Pumpstation für 2 Franken pro Gummiboot bereit. Während der Hochsaison sind zudem zu Pumpen umfunktionierte Nassstaubsauger im Einsatz.

Geld einwerfen, Gummiboot aufpumpen und ab in die Aare!
  • Fun Fact

    Die Pumpen für die Gummiboote sind keine 0815-Produkte: Pensionär Peter Zehnder hat diese aus Nassstaubsaugern umgebaut und betreibt das Geschäft schon seit mehr als 25 Jahren.

  • Tipp

    Eine Toilette gibt’s gleich bei der Einstiegsstation Thun Schwäbis. Tipp: Toilettenpapier gleich selber einpacken!

Geselliges Paddeln erfordert auch öfters mal eine Pause, sonst gleicht der Ausflug einem Workout und das Urlaubsfeeling geht flöten. Die Aare hat natürlich vorgesorgt und bietet bereits zwei Kilometer nach Thun Schwäbis das perfekte Chill-Plätzchen: gleich nach den ersten zwei Brücken (Brücke AMP-Strasse und Aaresteg), dort wo die Zulg auf der rechten Fahrseite in die Aare mündet. Für hungrige Besatzungen steht eine kleine Grillstelle bereit.

Zulgmündung

Fünf Kilometer flussabwärts folgt das Adrenalin-Tüpfelchen der Strecke. Ganz ohne Nervenkitzel kommt auch die geselligste Route nicht aus. Es geht hier schliesslich ums Aareböötlen und nicht um einen Meditations-Kurs. Die berühmt-berüchtigte Uttiger Schwelle hat schon manches Gummiboot zum Verzweifeln und Kentern gebracht, denn grossen Felsen in der Flussmitte erzeugen einen starken Wirbel. Damit die Besatzung unfallfrei das berauschende Erlebnis geniessen kann, gibt’s hier ein How-to an die Hand:

  • Die kritische Stelle ist ab der langgezogenen Linkskurve nach der Uetendorf-Heimberg-Brücke erkennbar. Das Rauschen der Strömung ist nicht sonderlich laut, ganz im Gegenteil zu den anderen Böötli-Besatzungen, die bereits in den Wellen manövrieren.
  • Nun gilt es, das Gummiboot gleichmässig zu belasten und mit den Paddeln mittig durch den Strudel zu steuern. Etwas einfacher ist es, wenn das Gummiboot auf der rechten Seite schippert, etwa vier Meter vom Ufer entfernt, und sich nicht quer zum Fluss stellt.
  • Ein No-Go ist der Bereich unmittelbar rechts neben der Flussmitte – dort sind die Felsen angesiedelt. Je weniger Wasser, desto wilder toben die Wellen. Action ahoi!

Paparazzi-Alarm! Bei der Uttiger Schwelle spienzeln Landratten gerne auf das quietschbunte Treiben in der Aare – spassige Szene sind hier garantiert.

Sobald die Schwelle mehr oder weniger trocken passiert ist, gibt's auf der Aare Nachschub. In Uttigen, auf der linken Fahrseite, werden fleissig Gummiboote eingewässert. Ab hier wird die Strecke ein Träumchen – einem Zen-gleichen Ausflug steht nichts mehr im Wege. Besonders am Wochenende ist das Einsteigen bei Uttigen beliebt, da die Wartezeiten fürs Einwassern kürzer sind. Wer die Paddeleinheiten zum ersten mal in Angriff nimmt, steigt auch am besten bei Uttigen in die Aare. Sorgloses Paddeln ahoi!

  • Tipp

    Gleich neben dem Böötli-Vermieter Aareschlauchboot in Uttigen gibt’s eine Pumpstation (fünf Franken pro Gummiboot).

Achtung – Brücke!

Jabergbrücke

Obwohl die gesellige Klassiker-Strecke nach der Uttiger Schwelle keine Action-Manöver mehr erfordert, ist Vorsicht geboten. Das Wichtigste gleich vorweg: Brücken haben ihre Tücken! Und von diesen tückischen Brücken gibt es ab Uttigen gleich sieben, welche die volle Aufmerksamkeit der Böötli-Crew beanspruchen. Denn: Gefahren lauern sowohl von oben wie auch von unten.

  • Von oben ⬆️ : Aufgepasst vor «herunterfallender Ware». Im Sommer ist das Brückenspringen beliebt. Damit sprunggeübte Wasserratten im Wasser und nicht im Gummiboot landen, sollte die Böötli-Besatzung ihr Revier markieren und sich lauthals bemerkbar machen. 
  • Von unten ⬇️ : Obacht vor dem Widerwasser bei den Brückenpfeilern. Am sichersten werden Brücken in der Mitte passiert, wo die Strudel eher selten vorkommen. Und ganz wichtig: Die Gummiboote nicht zusammenbinden! Das Gefährt ist dann nicht mehr manövrierfähig und die Seile können sich bei den Brückenpfeilern verheddern.
  • Fun Fact

    An heissen Sommertagen springen bis zu 3'000 springfreudige Menschen vom Schönausteg in die Aare.

Lust auf einen Adrenalinkick?

Was gibt's zu sehen?

So sieht's hier aus – Aare-Ehrenwort!

Bereits bei Uttigen kommt Dschungelbuch-Feeling auf. Das heraufkletternde Efeu am linken Ufer der Aare versetzt die Böötli-Crews in den Urwald und das zwitschern der Vögel hilft gleich mit. Wer den Kopf aufs andere Ufer schwenkt, blickt auf die märchenhafte Bergkette der Berner Alpen. Bali? Dolomiten? Beim Aareböötle rückt das Fernweh in weiter Ferne.

Einige hundert Meter nach dem Landgasthof Thalgut (auf der linken Seite) thronen die legendären Betonbuhnen. Hier lässt es sich gesellig Sonne tanken und das Znüni brutzeln.

Wie im Paradies!

Nach der Brücke, die Rubigen und Belp voneinander trennt, wird geradeaus ins BBQ-Paradies geschippert. Kleine Inseln laden die Böötli-Crews zum Tauchen, Brutzeln und Verweilen ein.

  • Fact

    Aarebötlerinnen und Aareböötler tragen Sorge zur Natur: Sie beachten die Naturschutzgebiete (siehe Schilder vor Ort), nehmen ihren Abfall wieder mit (Abfallsack auf die Aareböötle-Packliste!) und hinterlassen die Grillplätze so, wie sie diese auch selbst gerne antreffen würden. Mutter Natur und die nächsten Aarebesuchende danken!

Kurz vor Streckenende wird der bekannte Schönausteg passiert. Hier gibt es kunstvolle Springeinheiten und gurrende Turteltauben zu bewundern. Die Böötli-Crews müssen lediglich auf die springenden Wasserratten aufpassen, die verliebten Mäuse bleiben lieber auf dem Steg und befestigen dort kitschige Liebesschlösser.

Liebe Aare, auch du hast ein Liebesschloss verdient!

Wenige Paddel-Schlenzer nach dem Schönausteg folgt noch ein letztes Highlight: Vor der Altstadt-Kulisse thront majestätisch das Bundeshaus. Dieser Anblick lässt keine Matrosin und keinen Matrosen kalt.

Was hat das Parlamentsgebäude mit Bikinis zu tun? In Kapitel 6 verraten wir's!

Endstation: Aussteigen, bitte!

Camping Eichholz: Strand

Erstmaligen Aareböötlerinnen und Aareböötlern empfehlen wir beim Flussbad und Camping Eichholz auszusteigen. Hier ist die Aare verhältnismässig niedrig und Erwachsene können auf dem Grund stehen. So lässt sich das Gummiboot relativ einfach an Land ziehen und die BBQ-Party umgehend starten!

Noch vor dem Marzilibad bietet sich auf der linken Seite eine weitere Möglichkeit, auszusteigen. Dort, wo die roten Treppen ins Wasser tauchen.

Etwas weiter, unter der Monbijoubrücke auf der linken Seite, gibt's noch eine Ausstiegsoption. Wir empfehlen spätestens hier Land zu suchen. Am Ufer gibt’s ein gespanntes Seil, an welchem die Besatzung sich festhalten kann. So geht simples Auswassern – Ende gut, alles gut!

Herzlich willkommen in Bern! Vom Marzili aus ist der Ausblick aufs Bundeshaus unbezahlbar.

Für Meerjungfrauen und Matrosen, welche die Route bis zum letzten Aaretröpfchen geniessen möchten, gibt es einen allerallerallerletzten Ausstiegsort nach dem Marzilibad, vor der Dalmazibrücke, auf der linken Seite. Von weitem ist bereits die Holzwand zu sehen, welche es entlangzuschippern gilt, um den Ausstieg auf der linken Seite nicht zu verpassen. Hier ist wirklich Endstation für alle Böötli-Crews. Denn danach lauert Gefahr: Kurz nach dieser Ausstiegsstelle befindet sich das Schwellenmätteli-Wehr.

Wer noch nicht genug gepaddelt hat, kann sein Gummiboot an Land zum Schwellenmätteli tragen und dort wieder einwassern. Welche Touren es von hier aus gibt, gibt’s unten zu lesen.

  • Anreise Thun Schwäbis - Öffentliche Verkehrsmittel

    Für die Anreise zum Einstiegsort empfehlen wir die öffentlichen Verkehrsmittel. Somit erübrigt sich die nervige Suche nach einem Parkplatz und die Besatzung muss sich keine Sorgen zur späteren Auto-Abholung machen. Wer eine nette Chauffeurin oder einen charmanten Chauffeur kennt, hat natürlich den Jackpot geknackt.

    Ab Bern

    Die schnellste Option, um von Bern nach Thun Schwäbis zu gelangen, ist der Zug. Mit dem Regio Express dauert die Fahrt 25 Minuten, mit Umsteigen in Thun. Der Zug stoppt in Thun Schwäbis auf Verlangen. Fleissige Matrosinnen und Matrosen können die letzten 1.6 Kilometer natürlich auch zu Fuss gehen und Seemannslieder vor sich hinsingen.

    Ab hier hört man bereits das Rauschen der Aare und läuft in Richtung Restaurant Bellevue. Im Sommer verwandelt sich der Parkplatz zu einer Wett-Aufpump-Station. Gummiboot ahoi!

    Wer erst nach der berüchtigten Uttiger Schwelle in die Aare steigen will, fährt mit dem Zug ab Bern bis nach Uttigen (22 Minuten Fahrt). Der Zug fährt jeweils zwei Mal pro Stunde. Nach einem kurzen Fussmarsch von etwa 5 Minuten dem Aareweg entlang, ist die Einstiegsstelle erreicht.

    Ab Thun

    Von Thun aus ist Schwäbis einen Katzensprung entfernt: Eine Minute Zugfahrt (Halt auf Verlangen) oder zehn Minuten Niederflurbus (Nummer 3, bis Haltestelle Steffisburg, Schwäbis, ab Gleis K Bahnhofplatz). Die Anreise von Thun empfehlen wir grundsätzlich mit Bus, da dieser im Zehnminutentakt fährt und somit auch weniger Besatzungen-Getümmel entsteht. Denn nicht vergessen: An einem schönen Sommertag wird die Aare zum Highway und besonders beim Einwassern muss das Matrosinnen- und Matrosenherz mit Wartezeiten rechnen.

    Eine zweite Variante ist der Einstieg ab Uttigen. Jeweils zwei Mal pro Stunde fährt die S1. Nach vier Minuten Fahrt folgt die Besatzung dem Aareweg, etwa fünf Minuten. Auf der linken Seite der Brücke lässt’s sich gemütlich einschiffen.

  • Anreise Thun Schwäbis - Auto

    Für ÖV-Muffels ist die Anreise mit dem Auto bequem und schnell. Grundsätzlich gibt es der Aare entlang viele Parkmöglichkeiten mit Flusszugang.

    Nicht vergessen: Nach dem Böötli-Ausflug muss das Auto wieder abgeholt werden und es fallen Parkgebühren an.

    Schwäbis

    Auf der Autobahn die Ausfahrt Thun-Nord nehmen. Anschliessend links fahren und der Beschilderung nach Thun/Gunten/Heimberg/Steffisburg folgen. Etwa zwei Kilometer bis zum Kreisel fahren und die erste Ausfahrt nehmen. Beim nächsten Kreisel geradeaus fahren. Dann links über die Regiebrücke fahren und wieder rechts in die Uttigenstrasse abbiegen. Hier gibt’s zahlreiche Parkmöglichkeiten (Achtung: Parkzeit angeben!).

    Uttigen

    Wer mit dem Auto anreisen möchte, fährt auf der A6 und verlässt die Autobahn in Thun-Nord. Anschliessend der Beschilderung nach Seftigen/Uetendorf folgen. Nach etwa zwei Kilometern rechts halten nach Uetendorf/Uttigen. Der Strasse folgen bis zur Kreuzung Dorfstrasse/Stationsstrasse und dann rechts einbiegen. Geradeaus fahren bis zum Bahnhof. Links davon gibt’s einige Parkplätze – Parkuhr oder SBB-Parkkarte.

    Wer an einem anderen Ort einwassern möchte, kann auch hier parkieren:

    • Kiesen
    • Wichtrach
    • Parkbad Münsingen
    • Belp
    • Eichholz
    • Marzili
  • Rückreise

    Jedes traumhafte Erlebnis neigt sich einmal dem Ende zu – auch das spassige Meerjungfrauen- und Matrosenleben hat mal eine Pause verdient. Wer vom Flussbad und Camping Eichholz oder vom Marzilibad wieder in die Stadt gelangen möchte, liest sich hier durch.

    Camping Eichholz

    Nach einem kurzen Fussmarsch den Hügel hoch ist die Haltestelle des Trams Nr. 9 in Richtung Bahnhof erreicht. Rund 10 Minuten dauert die Fahrt zum Bahnhof Bern, von wo in alle Richtungen umgestiegen werden kann.

    Marzilibad

    Vom Marzilibad ist das Stadtzentrum schnell erreicht. Jene, die trotz der «anstrengenden» Böötli-Tour noch Energie haben, können den Weg zu Fuss bestreiten (etwa 10 Gehminuten). Für die müden Matrosinnen und Matrosen fährt das Marzilibähnli. Von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zum Bahnhof Bern.

    Tarife Marzilibahn
    Einzelfahrt: CHF 1.40 | Ab 10 Personen 20% Rabatt | Gültige Abonnements: Generalabonnement, Libero Zone 100/101, Bern Ticket, Juniorenkarte

Für Ruhesuchende

«Grüessech»! Die Strecke für Ruhesuchende führt an Ursina, Finn und Björk, den Berner Bären im BärenPark, vorbei.

Manche mögen’s heiss und andere mögen’s auch mal etwas ruhiger. Letztere werden auf der Strecke vom Schwellenmätteli bis Felsenau zu glückseligen Matrosinnen und Matrosen – denn hier tauchen Mensch und Gummiboot in die Berner Natur ein und schippern auf den sanften Wellen dem schimmernden Ufermoos entlang. Wo die Tagträumerei kurz ausgeschaltet werden muss und weitere nützliche Hinweise gibt's hier.

Schwellenmätteli bis Felsenau

Wie wär’s damit, gleich im Herzen der Stadt Bern zu starten? Die Tour für Ruhesuchende beginnt gleich neben dem Restaurant Schwellenmätteli. Am besten steigt die Böötli-Crew nach der Kirchenfeldbrücke links die Treppe hinab und pumpt sein Gummiboot gleich beim Ufer der Aare auf. Ahoi!

Direkt im Herzen der Schweiz starten.

Der Einstiegsort für die Tour der Gemütlichkeit befindet sich gleich nach dem Wehr Schwellenmätteli, beim gleichnamigen Restaurant. Der ruhige Start gibt der Besatzung geraume Zeit, um die atemberaubende Kulisse der Berner Altstadt zu geniessen. Der Name dieser Strecke ist natürlich Programm.

Nach dem sogenannten Englischen Garten auf der rechten Seite wird den drei Bären Ursina, Finn und Björk im BärenPark zugewinkt, bevor dann die volle Aufmerksamkeit der Matrosinnen und Matrosen dem Aareböötle gewidmet werden muss. Denn: Es kommen die ersten Brücken (Nydegg- und Untertorbrücke), die es trocken und sicher zu passieren gilt.

  • Tipp

    Kleiner Reminder – Vorsicht bei Brücken: Einerseits lauern actionsuchende Spring-Fans, andererseits gibt’s bei den Brücken Widerwasser. Deshalb: In der Mitte der Pfeiler paddeln und Gummiboote nicht zusammenbinden.

Bei der Untertorbrücke ist zudem Vorsicht geboten wegen Gegenverkehr. Gegenverkehr? Ja, richtig gelesen: Denn diese Brücke ist besonders beliebt bei den Aaresurferinnen und Aaresurfern. Sie befestigen ein Bungee-Seil an der Brücke und surfen so gegen die Strömung der Aare.

  • Fun Fact

    Übrigens: Die Untertorbrücke ist mit stolzen 529 Jahren auf dem Buckel die älteste Aarebrücke überhaupt. Bitteschön – damit punkten Matrosinnen und Matrosen garantiert bei der nächsten Smalltalk-Runde.

Gleiches gilt beim Altenbergsteg. Diese Brücke folgt als nächste, einige Meter weiter unten. Auch beim Passieren der beiden grossen Brücken Kornhausbrücke und Lorrainebrücke ist Vorsicht geboten, danach wird diese Aareböötle-Tour aber so richtig gemütlich. Grosses Aare-Ehrenwort!

Unser Lieblingsfluss fliesst hier etwas ruhiger als an anderen Orten und die Besatzung schippert in Slowmotion am alternativen Lorraine-Viertel vorbei und kann die Eindrücke so richtig geniessen. Auch etwas People-Watching liegt bei dieser Route drin: Beim berühmten Lorrainebad böötlet die Crew zwischen planschenden Aareschwimmerinnen und -schwimmern hindurch.

Dürfen wir vorstellen: Das alternative Lorrainebad.
  • Tipp

    Auf der linken Seite des Flusses herrscht etwas weniger «Schwimmverkehr» und Kollisionen mit Schwimmerinnen und Schwimmern sind eher selten.

Etwa 20 bis 30 Minuten nach Start der Tour muss die Böötli-Bande nochmals kurz an Land. Beim Stauwehr Felsenau/Wyler gilt es, sicher auf der rechten Seite auszuwassern und unterhalb des Stauwehrs gemütlich wieder einzuwassern. 

  • Fact

    Hier muss kräftig gepaddelt und geschickt manövriert werden: Das tosende Wasser des Stauwehrs kann zu Rückströmungen führen und das Böötli nach hinten, statt nach vorne treiben.

Ist die Paddelaktion geschafft, lässt die Besatzung das tosende Wehr schnell hinter sich und taucht ein in eine stille Naturlandschaft. Bald ist auch die Tiefenaubrücke passiert (Achtung Wasserwirbel) und das Gummiboot schippert gemütlich auf der Aare, vorbei an Wald und Kiesstränden.

In Reichenbach verbindet eine Fähre das Restaurant Schloss Reichenbach (Biergarten juhee!) mit der gegenüberliegenden Seite. Hier gilt es, die Mütze zu zücken, um den Fähri-Kapitän zu grüssen und sorgsam die Fähre zu umschiffen.

Von nun an folgen Grillstellen à gogo und viele herzige Halbinseln. Hier kann die Paddelmannschaft den Anker werfen und eine Znünipause einlegen.

Sobald die Aare eine Schlaufe macht, wird das das Restaurant Zehndermätteli auf der rechten und das Schloss Bremgarten auf der linken Seite passiert. Hier ist wieder Acht auf die Fähre zu geben. Erschöpften Matrosinnen und Matrosen sei hier eine Pause empfohlen: Im Restaurant und im Biergarten ist das Urlaubsfeeling einmalig.

  • Fun Fact

    Geheimtipp: Nach der Schlaufe gibt es einen Tunnel, welcher auf die andere Seite der Aare führt. Aussteigen, Tunnel durchqueren und wieder 20 Minuten Aareschwimmen oder -böötle geniessen.

Nach einer weiteren Aareschlaufe geht’s unter der Felsenaubrücke durch und an der Brauerei Felsenau vorbei. Hier wird übrigens das leckere Bärner Müntschi produziert!

Gleich nach der Felsenaubrücke auf der linken Seite bietet sich eine erste Ausstiegsmöglichkeit. Hier am besten über die Felsenaubrücke spazieren und bei der Haltstelle Fährstrasse mit dem Bus Nr. 21 in die Stadt fahren. Nimmersatte Matrosinnen und Matrosen können noch weiterfahren bis zum Seftausteg und dort auf der rechten Seite das Gummiboot anlegen. Von hier aus etwa 150 Meter bis zur Bushaltestelle Bremgarten Seftau pilgern und den Bus Nr. 31 in Richtung Worblaufen nehmen. Am besten bei der Haltestelle Bremgarten Schloss auf den Bus 21 in Richtung Stadt umsteigen. Achtung: Am Sonntag verkehrt der Bus Nr. 33 nicht.

  • Tipp

    Diese Tour ist beliebig verlängerbar. Wer möchte, schippert bis zum Wohlensee weiter. Hierfür einfach der Aare folgen (etwa 5 Kilometer) und beispielsweise bei der Wohleibrücke aussteigen. Dort gibt’s zudem bei faltboot.ch Stand Up Paddles und Kajaks zu mieten.

  • Anreise Schwellenmätteli

    Vom Bahnhof Bern aus ist das Schwellenmätteli innert weniger Gehminuten erreicht. Mit dem Boot-Equipment lohnt sich die Fahrt mit ÖV trotzdem. Die Tramlinien 6, 7 und 8 halten alle bei der Haltestelle «Helvetiaplatz». Ab hier die Treppe der Kornhausbrücke runterlaufen und die Seemannsreise kann losgehen.

    Wer mit dem Auto anreisen möchte, kann in einem der Parkhäuser Berns parkieren. Hier gibt’s eine Übersicht dazu.

  • Rückreise

    Ab Bushaltestelle Fährstrasse

    Der Bus Nr. 21 fährt im Zehnminutentakt ohne Umsteigen bis an den Bahnhof Bern.

    Ab Bushaltestelle Bremgarten Seftau

    Im Halbstundentakt mit dem Bus Nr. 33 bis zur Haltestelle Bremgarten Schloss und auf den Niederflurbus 21 umsteigen in Richtung Bern Bahnhof. 

    Alternativ mit dem Bus Nr. 33 bis zum RBS-Bahnhof Worblaufen und auf die S9 in Richtung Bern Bahnhof umsteigen.

Für Abenteuerlustige

Hier ist Paddeln angesagt!

Waschechte Matrosinnen und Matrosen scheuen das Paddeln nicht? Ab zum Wohlensee! Dort wartet der perfekte Aareböötle-Match für Abenteuerlustige. Auf dieser Tour werden auch die sportlichsten Wasserratten gefordert. Wo es sich am besten einwassert, wie die Besatzung dorthin kommt, und alles Weitere, gibt's hier.

Wohlensee bis Aarberg

Eine der wohl unbekannteren Aareböötle-Strecken führt vom Wohlensee bis nach Aarberg. Die Besatzung durchquert bei dieser Tour den Wohlensee und schifft dann wieder in die Aare vorbei am Kraftwerk Niederried bis nach Aarberg. Die Route ist nichts für Faule: Es sind alle Kräfte der Böötli-Crew gefragt, da die Aare nur langsam vorantreibt. Um vorwärts zu kommen, ist fleissiges Paddeln angesagt und ein Seekajak von grossem Vorteil.

Nicht nur Sportliche, sondern auch Ruhesuchende kommen bei dieser Route übrigens zum Zug. Denn auch bei dieser Flussetappe ist das Eintauchen in die Natur gegeben – von einem Vogelgezwitscher-Konzert begleitet, rauscht die Besatzung über die blaugrünen Wellen und tankt an den Ufern des Stausees Sonnenenergie. Letzterer steht übrigens unter Naturschutz.

Für Schattensuchende bietet sich bereits jetzt eines der Highlights der Tour. Auf der rechten Seite kurz vor dem Elektrizitätswerk Mühleberg befindet sich eine Badeoase: Gummiboot anlegen, Decke ausbreiten und Picknick geniessen.

Nach Überqueren des Sees gilt es, kurz vor der Staumauer auf der linken Seite anzulegen und auszuwassern. Nach einem kurzen Fussmarsch an Land weiter dem Fluss entlang, kann wieder in die Aare gestochen werden.

Bootslift ahoi!
  • Tipp

    Für Böötli-Fans, welche eine mehrtägige Tour vor sich haben und viel Gepäck mit sich tragen, empfiehlt sich der Schiffslift. Bei der Ausbootstelle das angebrachte Telefon benutzen und Lift anfordern.

Trango.ch bietet tolle 3-Tagestouren von Thun über Bern bis Aarberg an.

Nun ist fleissig Paddeln angesagt, denn die Aare fliesst mit nur wenig Strömung vor sich her. Wenn Petrus mal grosszügig ist, gibt's für die Böötli-Crews kräftesparender Rückenwind. Nach etwa 7 Kilometern erreicht die Besatzung Niederried und auch hier heisst es ein zweites Mal: Auf der rechten Seite auswassern, Gummiboot umtragen und wieder in die Aare eintauchen.

Ab hier schifft es sich kräftezehrend durch das Schilfgebiet. Alle Kajakmatrosinnen und -matrosen dürfen sich auf das Auspowern freuen und von ihrem Proviant an Ovo-Guetzli und Powerriegel träumen. Die Tour führt am Sportplatz Radelfingen vorbei und nach heftigem Paddeln ist auch schon bald Aarberg in Sicht.

  • Tipp

    Der absolute Geheimtipp für Naturverliebte: Kurz vor der letzten Kurve vor Aarberg, gibt’s einen wunderschönen Badeplatz. Für wenige Franken ist hier Zelt aufschlagen und Füsse hochlegen angesagt. Dann, ins Naturgezwitscher eintauchen und abschalten.

Die beste Ausstiegsstelle für die jetzt sicher müden Matrosinnen und Matrosen befindet sich etwa 150 Meter vor der Wehrbrücke auf der linken Seite der Aare. Von dort ist in etwa 10 Gehminuten der Bahnhof Aarberg erreicht.

Übrigens: Trango bietet dreitägige Kanutouren von Thun bis nach Aarberg an. Perfekt für nimmersatte Böötli-Aficionados!

  • Hinreise

    Grundsätzlich ist der Einstieg in den Wohlensee fast überall möglich. Wir empfehlen, mit dem Bus nach Hinterkappelen zu fahren bis zur Haltestelle Kappelenring und anschliessend dem See entlang zu laufen. Nach zirka 500 Metern ist auf der linken Seite die Wohleibrücke erreicht, wo das Einwassern ein Kinderspiel ist.

  • Rückreise

    Ab Aarberg fahren stündlich Züge zurück nach Bern. Alternativ fährt jede halbe Stunde ein Bus, bei welchem in Lyss auf den Zug umgestiegen werden muss. Die Fahrt dauert zwischen 30 und 50 Minuten.

Apropos: Die Karte zu den Strecken

Die SLRG hat extra für Aareböötlerinnen und Aareböötler eine Karte mit zwei der drei beliebten Paddelstrecken zusammengestellt (Thun bis Bern und Bern bis Wohlensee). Auf dieser sind alle Einstiegsorte, Parkiermöglichkeiten, Gefahrstellen, Verpflegungsmöglichkeiten und Grillstellen vermerkt.

Kapitelübersicht

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