26. November 2018 Zibelemärit (Zwiebelmarkt)

Der «Zibelemärit» (Zwiebelmarkt) ist ein traditionelles Volksfest, das jeweils am vierten Montag im November stattfindet. Bauern aus der Umgebung von Bern bringen über 50 Tonnen Zwiebeln und Knoblauch - in kunstvoll geflochtenen Zöpfen - in die Bundesstadt.

Wenn in den Berner Gassen der Geruch von Zwiebelkuchen und Glühwein in der Luft liegt, steht die Schweizer Hauptstadt im Zeichen des traditionellen Zibelemärit (Zwiebelmarkt). Tausende Besucherinnen und Besucher sind schon frühmorgens in den Gassen der Oberen Altstadt unterwegs und geniessen die Mischung aus Bauernmarkt und Volksfest. Wir verraten Ihnen 10 Dinge, die Sie über den Zibelemärit wissen sollten.

#1 Früh aufstehen lohnt sich

Einmal im Jahr steht so manche Bernerin und mancher Berner viel früher auf als sonst: Obwohl der Zibelemärit offiziell erst um 6 Uhr beginnt und um 18 Uhr endet, decken sich die Einheimischen schon ab 4 Uhr mit Zwiebelzöpfen ein. Während der Tag langsam erwacht, kann man gemütlich durch die Gassen schlendern und in Ruhe die Zwiebelzöpfe an den Ständen begutachten. Ab 7 Uhr beginnen sich dann die Gassen der Oberen Altstadt zu füllen.


#2 Die Zwiebel steht im Mittelpunkt

Rund 50 Tonnen Zwiebeln und Knoblauch bringen die Bäuerinnen und Bauern aus der Region in die Bundesstadt! An mehr als 200 Ständen gibt es kunstvoll geflochtene Zwiebelzöpfe, -kränze und -figuren in jeglichen Varianten zu bewundern und kaufen: Von meterlangen Riesenzöpfen mit weissen und roten Zwiebeln über Gestecke mit Trockenblumensträusschen bis hin zu verzierten Mini-Zöpfchen.


#3 Kulinarische Köstlichkeiten

Auch in der Küche dreht sich alles um die Zwiebel. Ob Zwiebelkuchen, Zwiebelsuppe, Zwiebelpizza oder Bratwurst mit Zwiebeln - die Restaurants in der Berner Altstadt bieten eine vielfältige Auswahl an Zwiebelgerichten. Perfekt dazu passt ein seelenwärmender Glühwein. Wer dem Duft von Caramel folgt, findet auch typische Jahrmarkt-Leckereien wie gebrannte Mandeln, Magenbrot und Zuckerwatte.

#4 Ein Mitbringsel darf nicht fehlen

Ein Grossteil des Sortiments am Zibelemärit besteht aus Zwiebeln in jeglicher Formen und Farben. Als Andenken darf natürlich ein traditioneller, kunstvoll geflochtener Zwiebelzopf nicht fehlen. Aber auch die farbigen Bonbon-Zwiebelketten erfreuen sich grosser Beliebtheit als Mitbringsel. Wer Ausschau nach Weihnachtsgeschenken hält, findet auch typische Markt-Souvenirs wie Textilien, Schmuck, Keramik und Spielwaren.

#5 Der Zibelemärit als lebendige Tradition

Der Zibelemärit fungiert auf der Liste der lebendigen Schweizer Traditionen und ist somit offiziell einer der wichtigsten Bräuche der Schweiz. Um die Entstehung ranken sich viele Legenden. Der erste Zibelemärit fand schon im 15. Jahrhundert statt und war damals noch ein Teil des Martinimarktes. Dort wurde alles verkauft – alles, ausser Zwiebeln. So soll dann der separate Markt für Zwiebeln entstanden sein. Ein kühnes Märchen behauptet aber, der Zibelemärit gehe auf den Stadtbrand von 1405 zurück. Als damals 650 Holzhäuser niederbrannten und 100 Menschen den Tod fanden, eilten die Freiburger den Bernern zu Hilfe. Als Dank dafür hätten die Berner den Freiburgern erlaubt, fortan jeden Herbst ihre Zwiebeln in Bern zu verkaufen.

Zibelemärit Bern

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#6 Den Zibelemärit-Umzug anschauen

Eine Gruppe Maskierter, die «Zibelegringe» (Zwiebelköpfe), tritt jeweils am Zibelemärit in diversen Lokalen auf und glossiert die Ereignisse des vergangenen Berner Jahres in einer Art Schnitzelbank. Als Höhepunkt wird eine Persönlichkeit zum «Oberzibelegring» ernannt und bei einem Umzug durch die Stadt, angeführt durch die Bereitermusik Bern, geehrt. Start ist um 11.30 Uhr auf dem Rathausplatz. 

#7 Zibeleschwümme

Seit 1986 organisiert die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) am Sonntag vor dem Zibelemärit das traditionelle «Zibeleschwümme» (Zwiebelschwimmen) in der Aare. Am Schönausteg treffen sich jeweils Hunderte unentwegte Aareschwimmer, oftmals witzig verkleidet mit Samichlausenmützen oder im Krokodilkostüm, um gemeinsam 350 Meter zum berühmten Marzili zu schwimmen. Da die Aaretemperatur auf bis zu 6 Grad fallen kann, ist das «Zibeleschwümme» nur für sehr geübte Schwimmer geeignet. Zuschauen macht aber ebenso Spass, und ist erst noch wärmer.


#8 Konfettiregen & Plastikhämmerchen

Jeweils ab 16 Uhr verwandelt sich die Berner Altstadt in ein Meer aus Farben. Für die Jungen und Junggebliebenen ist die traditionelle Konfettischlacht ein gelungener Ausklang des Märits. Ob eine Portion Konfetti oder ein quietschendes Plastikhämmerchen, welches einem plötzlich auf den Kopf saust: Je länger der Tag, desto ausgelassener die Stimmung, welche die Besucherinnen und Besucher am Zibelemärit erwarten dürfen.

#9 Mit dem ÖV anreisen

Der Zibelemärit gilt schweizweit als einmaliges Erlebnis. Wer den frühmorgendlichen, noch idyllischen Marktbetrieb fernab von Menschenmengen geniessen möchte, reist am besten mit dem ÖV an. Mit den Extrazügen der SBB und der BLS erreichen Gäste aus verschiedenen Ecken der Schweiz den Zibelemärit bequem und staufrei bereits in den Morgenstunden. Auch innerhalb der Stadt beginnt der Trambetrieb bereits vor 5 Uhr. Die wichtigsten Verbindungen für Frühaufsteher auf einen Blick.


#10 Sich zurechtfinden

Der Zibelemärit erstreckt sich über die Haupt- und Nebengassen der Oberen Altstadt sowie über den Waisenhaus- und den Bundesplatz. Die Tramlinien 6, 7, 8 und 9 sowie die Buslinie 12 zwischen Zytglogge und Bern Bahnhof sind an diesem Tag daher unterbrochen. Reisende zum Bahnhof können ab Zytglogge die Busse der Linien 10 und 19 benützen. Die Haltestelle der Linie 10 Richtung Köniz Schliern befindet sich in der Bundesgasse vor der Einmündung der Christoffelgasse.

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