Museums-Tipps in Bern

Wer in Bern ins Museum will, hat die Qual der Wahl: Von international bekannten Sonderausstellungen über private Sammlungen und interaktive Veranstaltungen – wir geben einen Überblick.

Museum für Kommunikation

Museum für Kommunikation, Helvetiastrasse 16, 3000 Bern

Hier sieht man sich vergebens nach «bitte nicht berühren»-Tafeln um: Im Museum für Kommunikation darf, ja muss, das Publikum mitmachen und ausprobieren! Kommunikation auf innovative und interaktive Weise erlebbar machen – das hat sich die Institution auf die Mütze geschrieben – und wurde dafür 2019 vom Europarat zum «Museum des Jahres» gekürt.

Gewusst, dass …?

«Kamera läuft. Ruhe bitte… und Action!» Fast wie im Filmstudio fühlt es sich an, wenn die Besucherinnen und Besucher in der Station «Filmkaraoke» sitzen und eine Szene aus «Herr der Ringe» nachspielen. Ein bisschen Lampenfieber, ein bisschen Kinostar – da legen sich Gross und Klein voll ins Zeug! Kein Wunder ist die Station ein Renner im Museum für Kommunikation, das für seine unterhaltsamen Ausstellungen bekannt ist.

Zentrum Paul Klee

Zentrum Paul Klee, Monument im Fruchtland 3, 3000 Bern

Allein der Bau von Renzo Piano ist einen Besuch wert. Doch Spitzenarchitektur ist bei weitem nicht alles, was es im Zentrum Paul Klee zu sehen gibt! Hier ist nämlich die weltweit bedeutendste Sammlung des Künstlers Paul Klee zu Hause, die in wechselnden Ausstellungen dem Publikum präsentiert wird. Und den Kleinsten bietet das Kindermuseum Creaviva in interaktiven Ausstellungen einen ersten Zugang zur Kunst.

Gewusst, dass …?

Ganz «hinten» im Zentrum Paul Klee, unter dem dritten Bogen des Renzo-Piano-Gebäudes, befindet sich eine bunte Installation des Schweizer Künstlerpaars Sabina Lang und Daniel Baumann, die betreten und benutzt werden darf – und soll. Ein Ticket braucht es dafür nicht, Besucherinnen und Besucher dürfen sich in, an und auf der Installation bewegen, lesen, lauschen, klettern, innehalten, plaudern oder einfach nur Sein.

Kunstmuseum Bern

Kunstmuseum Bern, Hodlerstrasse 8, 3011 Bern

Das Kunstmuseum Bern geniesst mit Werken von Picasso über Hodler bis Oppenheim Weltbekanntheit und ist zugleich eines der ältesten Kunstmuseen der Schweiz. Sei es wegen den Klassikern oder für eine Sonderausstellung – beim Besuch im Kunstmuseum Bern kommen Kunst-Fans ganz auf ihre Kosten.

Gewusst, dass …?

Dass seine Zeichnungen mal im Museum hängen würden, hätte Adolf Wölfli (1864–1930) wohl nicht gedacht. Er, der als Verdingbub im Emmental aufgewachsen ist und schliesslich mit der Diagnose Schizophrenie in der Psychiatrischen Klinik Waldau landete. In seiner Zelle füllte er Tausende von Blättern mit Bildern, Mustern, Worten und Musiknoten und schuf sich damit ein eigenes Universum. Heute werden seine Zeichnungen und Collagen weltweit gesammelt und ausgestellt – und bilden ein Glanzlicht im Kunstmuseum Bern, wo sie von der Adolf Wölfli-Stiftung umsorgt und das ganze Jahr hindurch in wechselnden Sammelausstellungen zu sehen sind.

Alpines Museum

Alpines Museum, Helvetiaplatz 4, 3005 Bern

Topographische Karten, fossile Funde und geologische Erklärungen über die Entstehung der Berge? Das wäre viel zu langweilig für das Alpine Museum der Schweiz. Hier werden die Berge in all ihren Facetten thematisiert, die Vergangenheit ebenso beleuchtet wie die Gegenwart und auch mal kontroverse Themen angeschnitten.

Gewusst, dass …?

In diesem Museum wird angepackt: 1’500 kg Holz warten hier darauf, zu Schindeln verarbeitet zu werden. Die Besucherinnen und Besucher dürfen – oder besser gesagt sollen – mitmachen und so dabei helfen, den Eingang des Museums ganz nach jahrhundertealtem Alp- und Berghüttenbrauch zu «verschindeln».

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Bernisches Historisches Museum

Bernisches Historisches Museum, Helvetiaplatz 5, 3005 Bern

Man (und Frau) könnte meinen, da throne ein Schloss am Helvetiaplatz. Doch im beeindruckenden Bau mit den verschnörkelten Türmchen ist keine Prinzessin zuhause, hier ist eines der bedeutendsten kulturhistorischen Museen der Schweiz untergebracht. Neben den Dauerausstellungen beleuchtet das Bernische Historische Museum in seinen Wechselausstellungen stets auch heute noch relevante Themen aus der Geschichte.

Gewusst, dass …?

Einmal wöchentlich gehen im Bernischen Historischen Museum Geschichte, Körper und Geist eine ganz besondere Verbindung ein: Jeweils am Dienstagmittag gibt’s hier eine Stunde Yoga, thematisch abgestimmt auf eine zehnminütige Einführung zu einem ausgewählten Ausstellungsobjekt – ruhig, inspirierend und auch für Anfänger geeignet. Umkleideräume und Yogamatten stehen zur Verfügung, eine Anmeldung ist nicht nötig. Namaste!

Naturhistorisches Museum Bern

Naturhistorisches Museum Bern, Bernastrasse 15, 3005 Bern

Den goldenen Elefanten auf dem Dach, ist das Naturhistorische Museum Bern unverkennbar und (fast) jedem Kind in Bern ein Begriff. Von Präparaten einheimischer und afrikanischer Tiere über eine beeindruckende Sammlung an Riesenkristallen bis zu einem riesigen Finnwal-Skelett – das vielfältige Angebot des Naturhistorischen Museums hat schon so manchen Regentag in Bern in ein kleines Abenteuer verwandelt.

Gewusst, dass …?

Barry, der legendäre Bernhardiner, ist wohl das berühmteste Präparat des Museums. Der treue Rettungshund lebte vor über 200 Jahren in einem Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard auf fast 2’500 Metern über Meer. Ob im Winter oder im Sommer – die Passüberquerung war damals lebensgefährlich, unzählige Menschen wurden dabei verschüttet oder verirrten sich im Schneegestöber. Umso wichtiger, war Barry zur Stelle! Er half bei Bergungen und soll rund 40 Menschen das Leben gerettet haben. So wurde er bereits zu Lebzeiten eine Legende. Für seine Heldentaten erhielt er im Jahr 2014 eine eigene Dauerausstellung – goldene Vitrine inklusive.

Einstein Museum

Einstein Museum, Helvetiaplatz 5, 3005 Bern

Das einzigartige Museum ist Teil des Bernischen Historischen Museums und verfügt über eine der weltweit grössten Sammlungen zu Albert Einstein. Dieser verbrachte nämlich sieben Jahre seines Lebens in Bern und was dabei herauskam, ist heute weltbekannt: die Relativitätstheorie. Die Ausstellung lässt die Besucherinnen und Besucher Einstein, Physikgenie, Ehemann und Vater, kennenlernen und stellt sein Leben sowie seine Erkenntnisse auf packende Weise in den Kontext der Weltgeschichte.

Gewusst, dass …?

Bei einem Foto lohnt sich genaues Hinsehen besonders: Die gross auf der Wand aufgezogene Aufnahme aus den 1890er-Jahren zeigt die Schulklasse von klein Albert, der damals in München lebte. Sämtliche seiner Schulkameraden blicken, wie es damals üblich und sittlich war, ernst in die Kamera. Nur einer lächelt: der junge Einstein. Vermutlich forderte das Genie schon in jungen Jahren gern die Autoritäten heraus. Dies lässt auf jeden Fall der gewitzte Blick vermuten.

Kunsthalle Bern

Kunsthalle Bern, Helvetiaplatz 1, 3005 Bern

Hier wurde Kunstgeschichte geschrieben: Unter dem legendären Direktor Harald Szeemann erlangte die Kunsthalle spätestens dann internationale Bekanntheit, als sie als erstes Gebäude von Verpackungskünstler Christo eingepackt wurde. Nach wie vor ist die Kunsthalle eine wichtige Plattform für Gegenwartskunst und lässt Kunst-Herzen höherschlagen. 

Gewusst, dass …?

Ursprünglich war die Bar «Module #5» neben dem Hauptgebäude ein temporäres Geschenk zum 100-jährigen Jubiläum der Kunsthalle. Die Bernerinnen und Berner schlossen den kunstvollen Bau des Schweizer Künstlerpaars Lang/Baumann mit der romantischen Aussicht auf die Berner Altstadt und den betörenden Drinks jedoch so sehr in ihre Herzen, dass der Barbetrieb bis mindestens 2021 verlängert wurde. Jeweils in den wärmeren Monaten des Jahres (etwa von Mai bis Oktober) trifft sich hier «tout Berne» zum Apéro.

Einstein Haus

Einsteinhaus Bern, Kramgasse 49, 3011 Bern

Während seiner Zeit in Bern entwickelte Albert Einstein eine der wichtigsten und bekanntesten Theorien der Physikgeschichte: Die Relativitätstheorie. Heute noch taucht der Physiker in der ganzen Stadt auf. Doch nirgends kommt man (und frau) dem grossen Wissenschaftler so nah wie im Einstein Haus an der Kramgasse 49.

Gewusst, dass …?

Damals, als Einstein in Bern lebte, war er nicht etwa als renommierter Professor an der Universität tätig, nein, er hatte einen äusserst langweiligen und schlecht bezahlten Job beim Eidgenössischen Patentamt. Seine Aufgabe war es, Patente auf ihre Funktionstüchtigkeit zu prüfen. Wie er es selbst nannte, war er ein «Tintenscheisser dritter Klasse». Doch die Arbeit verschaffte Einstein ein gesichertes Monatseinkommen, dank dem er seine Verlobte, Mileva Maric, nach Bern holen und endlich heiraten konnte.

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