Stadt und Schloss Burgdorf

Das romantische Städtchen im Emmental hat so einiges zu bieten. Geschichts- und Kultur-Fans, Spaziergängerinnen und Geniesser kommen hier auf ihre Kosten.

Eine charmante Altstadt am Ufer der Emme, umgeben von prächtigen Wäldern und einer idyllischen Landschaft – das ist Burgdorf oder «Burglef», wie die Stadt von Einheimischen genannt wird. Schon von weit her sehen Besucherinnen und Besucher das Wahrzeichen des Städtchens: Das Schloss Burgdorf, das auf einer Erhebung thront. Durch die gute Verkehrslage ist die Stadt schnell und einfach erreichbar. Und wer noch nie in Burgdorf war, sollte dieses romantische Städtchen unbedingt auf die Liste setzen: Sei es für die Besichtigung der vielen Sehenswürdigkeiten, für Entspannung und Ruhe während einem Spaziergang durch die malerische Landschaft oder zum Einkehren in einer der Gaststätten. Auch für Sportliche steht eine grosse Palette an Aktivitäten wie Fischen, Reiten oder Schwimmen zur Auswahl.

Die Geschichte der Stadt Burgdorf geht weit zurück: Im Jahr 1175, damals noch «Burtorf» genannt, wurde die Schlossanlage ausgebaut und die Siedlung zur Stadt entwickelt. Der Name «Burtorf» ist eine sprachliche Zusammensetzung aus «Burg Bertolfs», denn die Burg gehörte einst dem Herzog Berchtold von Zähringen. Durch die Heirat einer seiner Töchter mit dem Grafen Ulrich von Kyburg ging der Besitz auf die Kyburger über. In dieser Zeit wurde die Stadt um den unteren Teil erweitert. Nach dem «Burgdorfer Krieg» im Jahr 1384 wurde die Stadt von den Kyburgern an Bern verkauft und die bernischen Schultheissen bezogen das Schloss als ihr neues zu Hause.

Als 1857 die Bahnstrecke Olten-Bern in Betrieb genommen wurde, ergaben sich für die Industrie und das Gewerbe wesentliche Antriebe, Burgdorf zu einer modernen Stadt zu entwickeln. Die detaillierte Geschichte kann hier nachgelesen werden. Heute lässt sich der Ortsnamen wortspielerisch erklären – so steht auf der Webseite des Schloss Burgdorf: «Burgdorf ist kein Dorf, sondern eine Stadt. Die Burg jedoch steht da, bloss nennt man sie Schloss».

  • Fact

    Was haben Bern und Burgdorf gemeinsam? Beide gehören zu den zwölf Zähringerstädten der Schweiz. Dies sind Städte, welche von der Adelsfamilie der Zähringer gegründet oder aufgebaut wurden. Mit dem Ziel, das kulturelle Erbe ihrer Gründer zu bewahren, sind die Städte bis heute untereinander vernetzt. Das Fürstengeschlecht der Zähringer geht bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Eine Altstadt mit Charme

Die Burgdorfer Altstadt, ein städtebauliches Bijou, liegt im Herzen der Innenstadt. Sie besteht aus der Ober- und der Unterstadt, die beiden Teile sind durch eine 81-stufige Treppe miteinander verbunden. Noch heute ist die Altstadt der Mittelpunkt der Gegend – hier trifft sich Gross und Klein zum Flanieren, Schlendern und Shoppen, die gemütlichen Strassencafés laden zum Verweilen ein. Als Oberstadt gilt der Stadtteil zwischen dem Schloss und dem Kirchenhügel, wo sich verschiedene Zunfthäuser, der Kronenplatz sowie die Marktlaube befinden. Die Unterstadt am Fusse des Schlossfelsens, das sogenannte Kornhausquartier, beherbergte früher die Handwerker der Stadt und auch hier befinden sich noch heute viele historische Bauten. Das Zentrum dieses Stadtteils bildet das 1770 erbaute Kornhaus, in welchem heute das weitum bekannte Burgdorfer Bier gebraut wird. Wer seine Aufmerksamkeit auf den mittelalterlichen Städtebau, die ruhige Lage und die Sandsteinlauben lenkt, versteht schnell, wie die Altstadt zu ihrer Bezeichnung als «Bijou» gekommen ist.

Stadtkirche

Das grösste Kirchengebäude in Burgdorf ist die Stadtkirche, welche auf dem Hügel westlich der Stadt und somit auf dem höchsten Punkt der Altstadt steht. Ende 12. Jahrhunderts wurde die ursprünglich zähringische Liebfrauenkirche mit einer spätgotischen Kirche ersetzt und durch Bischof von Konstanz zu einer Pfarrkirche erhoben. Der 72 Meter hohe Turm ist weitum sichtbar und der Letter, welcher den Raum für das Priesterkollegium vom übrigen Kirchenraum abtrennt, gilt in der ganzen Schweiz als eines der kostbarsten Beispiele der Steinmetzkunst. Unser Tipp: Wenn die Lichtverhältnisse stimmen, ist der Anblick der farbig leuchtenden Kirchenfenster bezaubernd.  

Burgdorfer Solennität

Das jährliche Schulfest, die Solennität (auf Berndeutsch die «Solätte» genannt), ist eine Tradition aus dem 18. Jahrhundert und findet jeweils am letzten Montag im Monat Juni statt. Früher ein Schul- und Kinderfest, hat sich der Anlass im Laufe seines über 280-jährigen Bestehens zu einem beliebten Volksfest entwickelt.

Bartholomäus-Kapelle

Ein weiteres Schmuckstück ist die Bartholomäus-Kapelle, auch Siechenkapelle genannt, etwas ausserhalb. Am Ufer der Emme ist sie durch einen Wald vom Treiben der Stadt isoliert. Der Weg zur Kapelle führt über die hölzerne Wynigenbrücke. Früher diente sie als Gotteshaus für Leprakranke und wurde 1955 restauriert, heute finden regelmässig Gottesdiente und Konzerte statt.

Auf den Burgdorfer Stadtführungen spannende Hintergründe, Fakten und Geschichten rund um die Zähringerstadt erfahren

Mehr erfahren

Schloss Burgdorf

Das 800-jährige Schloss Burgdorf ist nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, es gilt auch als die grösste und am besten erhaltene zähringische Schlossanlage der Schweiz. Die ursprüngliche Burgfestung wurde im 12. Jahrhundert durch den Herzog Berchtold von Zähringen mit dem heutigen Schloss ersetzt.

Das Schloss diente bis 1218 als Sitz des Herzogs, danach ging es an den Grafen von Kyburg über, der es bis 1383 als Residenz verwendete. Nach dem verlorenen Burgdorferkrieg musste die Grafschaft an die Stadtrepublik Bern verkauft werden. Daraufhin – und bis 1798 – wurde das Schloss von einem bernischen Schultheiss (Vorsitzender des Regierungsrates) bewohnt. Nachdem die Alte Eidgenossenschaft unterging, stand das Schloss leer, bis dass Johann Heinrich Pestalozzi kam. Er wollte Lehrer werden und entwickelte während seiner Zeit im Schloss Burgdorf eine neue Unterrichtsmethode. Durch sein Werk «Wie Gertrud ihre Kinder lehrt» wurde er zu einer weitum bekannten Persönlichkeit. Von 1804 bis 2012 wurde das Schloss für Verwaltungszwecke durch den Kanton Bern genutzt. Danach wurde das historische Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Noch heute hat das Schloss so einiges zu bieten: Im Museum warten spannende Fakten und alles rund um die Geschichte Burgdorfs, das Restaurant lädt zum Schlemmen mit Ausblick über die Emmentaler Hügellandschaft ein und wer zwischen den uralten Mauern übernachten möchte, quartiert sich in der Jugendherberge ein. Ausserdem verfügt das Schloss über 13 Räumlichkeiten für private Feiern und Tagungen.

Aktivitäten im Schloss Burgdorf

Aktivitäten in und um Burgdorf

Langeweile? Nicht in Burgdorf! Denn hier wird Freizeit grossgeschrieben. Wir geben Inspiration für Aktivitäten und Erlebnisse.

Das könnte Sie auch interessieren