Klosterruine Rüeggisberg

Als archäologische Stätte zieht der historische Bau im Gantrischgebiet Pilger auf dem Jakobsweg und Wanderer gleichermassen an. Die Anreise, der herrliche Ausblick sowie die mystische Stimmung machen den Besuch in Rüeggisberg zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die alten Gemäuer der Klosterruine Rüeggisberg erzählen eine fast tausend Jahre alte Geschichte. Wer durch die geheimnisvollen Überbleibsel des einst gewaltigen Klosters streift und die prächtige Fernsicht auf das Berner Oberlands geniesst, fühlt sich sofort in die Zeit der Mönche, Ordensbrüder und Choralgesänge zurückversetzt.

Im 11. Jahrhundert stiftete der reiche Landadlige Lütold von Rümligen Ländereien an den Ort Cluny im französischen Burgund. Eine bemerkenswerte Kirche sollte in Rüeggisberg erbaut werden. Aus den ersten einfachen Zellen entstand im Laufe der nächsten hundert Jahre eine imposante romanische Basilika mit mehreren Nebengebäuden. Uralte Grundmauern, imposante Pfeiler und eindrückliche Bogen zeugen noch heute von der einstigen Grösse des einflussreichen Mönchsordens aus Frankreich.

Das Kloster ist bekannt als erster Niederlassungsort der französischen Cluniazenser in der deutschsprachigen Schweiz. Durch den überaus beachtenswerten Grundbesitz, der unter anderem bis ins Emmental, nach Schwarzenburg und ins Seeland reichte, machte sich das der Orden einen bedeutenden Namen im ganzen Land.

Leider trüben Verschuldung, Plünderung, Überfälle und Zweckentfremdung die glanzvolle Geschichte des einst einflussreichen Wahrzeichens der Region. Und nach der Reformation musste die Klosterkirche im Jahr 1484 ihre Pforten schliessen. Ein Dorfbrand in Rüeggisberg brachte den einst prachtvollen Bau schliesslich ganz zu Fall. Die Bewohner bedienten sich kurzerhand der Bausteine des bereits heruntergekommenen Klosters, um eigene Häuser und die Dorfkirche wieder aufzubauen. Von diesem Zeitpunkt an dienten die überbliebenen Räumlichkeiten als Kornspeicher und Scheune.

Viele Wege führen nach Rüeggisberg

Die Klosterruine mit Sicht zu Eiger, Mönch und Jungfrau

Unzählige Wanderrouten durchqueren das Gantrischgebiet und führen durch die idyllische Landschaft. Bei einer beeindruckenden Höhenwanderung über den Längenberg mit atemberaubender Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau schlägt so manches Herz höher. Auf den Spuren der Cluniazenser-Mönche haben schon so einige Tagesausflügler die Klosterruine Rüeggisberg als Kraftort besucht und erlebt.

Wer nach mehr Geschichte, Hintergrundinformationen und Ausgrabungsstücken dürstet, kann das Museum direkt bei der Ruine besuchen oder an einer Führung teilnehmen.

Events und Kultur-Highlights

Die Klosterruine im Sommer

Auserlesene Anlässe hauchen der prachtvollen Mittelalterarchitektur das ganze Jahr über immer wieder Leben ein: Im Juli und August bieten renommierte, lokale und auch unbekannte Talente ein kulturell hochstehendes Programm. Beim sogenannten «Klostersommer» teilen sich Künstler aus den Bereichen Musik, Theater und Comedy die Bühne. Fester Bestandteil des Unterhaltungsprogramms bildet jeweils die «Irish- & Celtic-Night».

Besondere Beliebtheit geniesst die jährlich stattfindende «KlosterSkulpturenAusstellung». Die stetig wachsende Freilichtausstellung begeistert Kunstinteressierte mit Installationen und Skulpturen aus Holz, Metall und Sandstein im öffentlichen Raum. Für das Art-in-Public-Projekt werden die Kunstwerke jeweils an Pfingsten auf- und im Herbst abgebaut. Im gleichen Zeitraum findet in den Klosterruinen übrigens auch monatlich ein Gottesdienst statt.

Im Winter verzaubert der stilvolle und mit viel Liebe zum Detail gestaltete Adventsmarkt das Innere der Klosterruine. Wer von Stand zu Stand flaniert und sich von den winterlichen Lichtern, Gerüchen und Dekorationen in Bann ziehen lässt, ist bald in freudiger Vorweihnachtsstimmung.

  • Klosterruine Rüeggisberg

    Naturpark Gantrisch
    3088 Rüeggisberg

    T +41 31 808 00 20
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