Serenade

28. April 2019

So prächtig gelaunt hat selbst Mozart selten geschrieben. Aber schliesslich gab Erzbischof Colloredo, in dessen Salzburger Hofkapelle Wolfgang Amadeus als Konzertmeister angestellt war, auch wenig Anlass für Spässe. Aber natürlich konnte es das Komponistengenie trotzdem nicht lassen, immer wieder Neckereien und Witze in seinen Werken zu verbergen. Insbesondere waren dafür die vielen Divertimenti für Bläser und Streicher geeignet, die Mozart als Unterhaltungsmusiken nicht nur für den Hof Colloredos, sondern auch für viele bürgerliche Haushalte in Salzburg schuf. Sein Divertimento D-Dur allerdings hatte mit dem mürrischen Bischof nichts zu tun. Es entstand im Juli 1776 zum 25. Namenstag seiner Schwester Maria Anna, welche die Mozarts nur «Nannerl» nannten, was bis heute alle Welt so hält. Und so ist das «Nannerl-Septett» prallvoll mit musikalischen Spässen. Man kann sich leicht vorstellen, welche Scherze die Musiker, darunter Mozart persönlich an der Sologeige, bei der Aufführung ad hoc hinzufügten. Die Freitagsakademie ergänzt das Meisterwerk mit einer prächtigen Serenade von Mozarts böhmischem Zeitgenossen Josef Druschetzky.

Werke von J. Druschetzky & W. A. Mozart

Katharina Suske, Oboe / Pierre-André Taillard, Klarinette / Rainer Johannsen, Fagott
Olivier Darbellay & Daniel Lienhard, Horn / Maria Bader – Kubizek & German Echeverri, Violine / Katia Viel, Viola
Jonathan Pešek, Violoncello / Jan Krigovsky, Violone

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