Sagenhaftes Gantrischgebiet

08. Mai 2019

Dieser Abend ist Teil der Veranstaltungsreihe «Gelebtes Kulturerbe Gantrisch». Mit Andreas Sommer, Geschichtenerzähler, Mythenforscher, Autor.

Haben Sie schon vom Türstengejäge gehört? Von der Feenmutter Helva und dem Zwergenreich unter dem Berg? Vom ungesühnten Frevel längst vergangener Zwingherren und vom Umgehen ruheloser Seelen? Das Gantrischgebiet ist im wahrsten Wortsinne eine sagenhafte Gegend: viele wundersame Geschichten aus der magischen Weltanschauung unserer Vorfahren sind hier noch überliefert. Die Sagen erzählen vom Umgang früherer Generationen mit Naturkräften und Mächten, die weit über das menschliche Mass und Verständnis hinausreichen. Lange bevor die modernen Medien und Kommunikationsformen Einzug hielten, stellte das Erzählen an nächtlichen «Dürsitzen», traditionellerweise in den Wintermonaten abgehalten, eine gemeinschaftliche Form dar, um die persönliche und kollektive Beziehung zu einer transzendenten Wirklichkeit und zur Weisheit der Ahnen zu pflegen.

Der Sagenwanderer und Geschichtenerzähler Andreas Sommer stammt ursprünglich selbst aus der Region und ist den lokalen Überlieferungen seit etlichen Jahren auf der Spur. In jahrelangen Recherchen hat er zahlreiche Sagen aus dem Gebiet des Naturparks Gantrisch zusammengetragen. Im Tätschdachhaus in Schwarzenburg erzählt er nun über die Eigenheiten der lokalen Sagenwelt und packt «dieses u äis» aus dem hiesigen Sagenchratten aus. Über das blosse Erzählen hinaus legt er seine Sicht dar, warum dies einst ausschliesslich mündlich gepflegte Kulturerbe auch heutzutage einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, damit man die Verbindung zu den natürlichen und kulturellen Wurzeln vertiefen und festigen können. Und er regt an, sich zu trauen, selbst wieder Geschichten und Sagen zu erzählen.

Dieser Abend ist Teil der Veranstaltungsreihe «Gelebtes Kulturerbe Gantrisch», in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Kultur des Naturparks Gantrisch und dem Schlossverein Schwarzenburg.

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