Permakultur und geschlossene Kreisläufe in der Region

23. Januar 2019

Im Forschungsprojekt «Geschlossene Kreisläufe in der Region» werden mit Anwendung der Planungsprinzipien der Permakultur nachhaltige Ernährungssysteme, Kreisläufe geschlossen und Synergien zwischen Landwirtschaftsbetrieben entwickelt.

Die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaft (HAFL) in Zollikofen unterstützt seit 2018 das Forschungsprojekt «Geschlossene Kreisläufe in der Region». Im Fokus stehen die ressourcenschonende Produktion von Lebensmitteln, die Förderung eines nachhaltigen und zukunftsfähigen Ernährungssystems und die Erhaltung und Förderung der Biodiversität. Diese Ziele sollen erreicht werden, indem die Grundsätze und Planungsprinzipien der Permakultur angewandt werden.
Permakultur ist ein Planungsinstrument, das über die Ideen und Methoden des biologischen Landbaus hinausreicht. Die Ideen und Konzepte der Permakultur wurden in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt, um in der Landwirtschaft einen Wandel zu einem ressourcenschonenden und ökologischen Arbeiten anzustossen, ohne die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren.
Der Fokus liegt dabei auf der permanenten Agrikultur (daher der Name!), also mehrjährigen Anbausystemen und weniger auf einjährigen Kulturen. Dabei sind die Möglichkeiten sehr vielfältig und reichen von mehrjährigem Gemüse über Beeren- und Obstbaumkulturen bis hin zu Aqua- oder Pilzkulturen oder Weidesystemen mit verschiedenen Tierarten. Die Permakultur basiert auf verschiedenen Planungsinstrumenten, die es ermöglichen, zukunftsfähige Agrarsysteme zu schaffen. Diese beziehen die naturräumlichen Begebenheiten in die Planung mit ein und setzen stark auf Kreislaufwirtschaft und Humusaufbau, die Kultivierung mehrjähriger Kulturen in einer möglichst grossen Vielfalt, sowie an den Klimawandel angepasstes Wassermanagement.
Ziel ist die Gestaltung eines zukunftsfähigen (Öko-)systems, in dem Menschen, Tiere und Pflanzen ihren Platz finden und sich gegenseitig unterstützen. Dazu gehört auch die Vernetzung landwirtschaftlicher Betriebe, um Synergien zu schaffen und die Kreisläufe auf regionaler Ebene zu schliessen. Wir sehen hier grosses Potential, vor allem in den Bereichen Direktvermarktung, Vermeidung von Food Waste und gemeinsamer Nutzung von Räumlichkeiten zur Verarbeitung und Lagerung.
Bis heute ist die Permakultur hauptsächlich auf kleineren Flächen wie Hausgärten und Gemeinschaftsgärten erfolgreich. Allerdings zeigen Landwirtschaftsbetriebe in Frankreich (Ferme du Bec Hellouin), Schweden (Ridgedale Farm) oder Kanada (Miracle Farm), dass Permakultur auch in der Landwirtschaft, sowohl ökologisch als auch ökonomisch, Erfolge verzeichnen kann. Im Rahmen des Forschungsprojekts sind wir nun auf der Suche nach interessierten Landwirten und Landwirtinnen, die auf einem Teil ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche die Prinzipien der Permakultur anwenden wollen und Interesse haben, sich mit anderen Landwirtschaftsbetrieben zu vernetzen.
Bei Interesse melden Sie sich bitte bis am 15.01.2019 bei tobias.messmer@bfh.ch an!
Informationen zum Projekt erhalten Sie auch bei Hans Ramseier (hans.ramseier@bfh.ch) und Tobias Meßmer (tobias.messmer@bfh.ch).
Über ein zahlreiches Erscheinen würden wir uns sehr freuen.

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