13. Mai 2017 Der Wolf ist da.

Der Wolf als Migrant, der ungefragt über die grüne Grenze kommt. Der Wolf als Raubtier, das Wild und Schafe tötet. Aber auch der Wolf als Rudeltier, das mit seinem sozialen Wesen beeindruckt und Sehnsucht nach Wildnis auslöst. Der Wolf erzeugt Furcht und Faszination zugleich.

DER WOLF IST DA. EINE MENSCHENAUSSTELLUNG
Kaum ein Tier ist den Ängsten und Sehnsüchten der Menschen so nah wie der Wolf. Wie stark er uns berührt, davon zeugen die emotionalen Debatten um seine Rückkehr. Die Ausstellung Biwak#19 lässt Menschen über ihre Beziehung zum Wolf sprechen – dabei zeigt sich ein überraschendes Bild über den Zustand der Schweiz.

Der Wolf ist zurück – und hält die Menschen auf Trab. Spätestens seit 2012 in der Calanda-Region der erste Wolfsnachwuchs auf Schweizer Boden nachgewiesen wurde, sind die Wölfe im Leben und in den Köpfen vieler Schweizerinnen und Schweizer angekommen. Der Wolf als Migrant, der ungefragt über die grüne Grenze kommt. Der Wolf als Raubtier, das Wild und Schafe tötet. Aber auch der Wolf als Rudeltier, das mit seinem sozialen Wesen beeindruckt und Sehnsucht nach Wildnis auslöst. Der Wolf erzeugt Furcht und Faszination zugleich.

Erfahrungen: vom Genetiker bis zur Zoopädagogin
Biwak#19 lässt Menschen sprechen, die sich von Berufs wegen mit dem Wolf befassen: den Wildhüter, die Tierpräparatorin, den Herdenschutzhundezüchter, den Genetiker, die Hirtin, die Zoopädagogin, den Schwarznasenschafzüchter, die Umweltaktivistin. An acht Hörstationen, gruppiert um die Präparate eines «guten» und eines «bösen» Wolfs, teilen sie ihr Erfahrungswissen. Die Berufsexpertinnen und -experten eröffnen ebenso überraschende wie vielschichtige Perspektiven auf den Wolf, die jenseits der polarisierten Debatten liegen.

Zugänge: vom Sichtungsformular bis zum Stammtisch
An diese öffentlichen Debatten will die Ausstellung aber durchaus anknüpfen. Sie sind Teil grösserer Diskurse über Migration, Sicherheit, das Verhältnis von Stadt und Land, die Zukunft der Berggebiete oder ökologische Nachhaltigkeit. Die Ausstellung blickt in zwei Richtungen. «Was machen wir mit dem Wolf?» und «Was macht der Wolf mit uns?». Das letzte Wort haben die Besucherinnen und Besucher. Sie sind eingeladen, auf die Frage «Der Wolf ist da: Und wo stehen Sie?» persönlich zu antworten und sich in einer breiten Meinungslandschaft auf einer Feedback-Wand zu positionieren und zu argumentieren.

«Der Wolf ist da» wurde realisiert in enger Zusammenarbeit mit dem NationalfondsForschungsprojekt «Wölfe: Wissen und Praxis» des Instituts für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich. Die Ausstellung wird von zahlreichen Führungen, Podien, Exkursionen und Filmen begleitet. Das Veranstaltungs-Programm wurde in Zusammenarbeit mit dem Tierpark Bern, den Kornhausbibliotheken Bern und dem Kino Rex entwickelt.

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