Das Emmental - Willkommen im «Ämmitau»

24. März 2017

Um zu wissen, dass «Ämmitau» Emmental bedeutet, muss man bereits etwas mit den Berner Geheimnissen vertraut sein. Das Emmental, im Nordosten der Stadt Bern gelegen, bietet Raum für Tradition und Innovation und verführt nicht nur mit seinen kulinarischen Highlights, sondern auch mit kulturellen und landschaftlichen Attraktionen.

Die unverkennbare, mit saftigem grün überzogene Hügellandschaft ist charakteristisch für das einzigartige Emmental. Durch die Wiesen schlängeln sich zahlreiche Wege, auf denen es sich wunderschön radeln lässt. Aufgrund der vielen Steigungen haben sich vorwiegend die E-Bikes durchgesetzt, die – wie kann es anders sein – im Emmental erfunden wurden. So kann mit einem FLYER wunderbar die Herzroute von Langnau nach Burgdorf abgefahren werden. Unterwegs stellt das Sensorium Rüttihubelbad ein besonderer Halt dar. Das «Erfahrungsfeld der Sinne» eröffnet neue Einsichten in den Zusammenhang von Mensch und Natur und verschafft dem Besucher die Möglichkeiten seine Sinne besser kennenzulernen. Mit geschärften Sinnen geht es entweder weiter ins dazugehörige Restaurant Rüttihubelbad, welches über eine Terrasse mit Sicht auf die Berner Alpen verfügt, oder dann zum Aussichtspunkt Mänziwilegg, wo ein unvergessliches Panorama lockt. So kommen der Geschmacks-, wie auch der Sehsinn auf ihre Kosten.

Von rezent zu süss

Die Herzroute ist jedoch nicht die einzige Tour, welche sich das Emmental als Etappe ausgesucht hat. Auch die Grand Tour of Switzerland widmet sich der Schönheit der Gegend. Der Aussichtspunkt «Lueg», der auf der Strecke der Grand Tour liegt, verschafft einen guten Überblick über die zarte Hügellandschaft und zeigt eine der schönsten Aussichten. Mit dem nahegelegenen Landgasthof Lueg, der ein entspannendes SPA sowie Übernachtungsmöglichkeiten bietet, ist ein schöner Zwischenstopp garantiert.

Die Emmentaler Schaukäserei in Affoltern stellt einen der vielen Höhepunkte der Grand Tour dar. Die Produktion des Emmentaler Käses, der für seine Löcher bekannt ist, kann in der Schaukäserei live mitverfolgt werden. Die Aktiven können sogar selbst Hand anlegen: Beim Selberkäsen steckt der Besucher plötzlich in der Haut des Käsers und kann den Geheimnissen des Emmentaler Käses so richtig auf den Grund gehen. Die Schaukäserei ist nicht der einzige kulinarische Anziehungspunkt des Emmentals. Auch das Kambly Erlebnis in Trubschachen lockt jeden «Güezi»-Liebhaber mit seinen über 100 Biscuitssorten an. Die Jagd auf die Kekse beginnt, denn die vielen Sorten können nach Herzenslust degustiert werden. Wem dies zu süss ist, fährt weiter nach Zollbrück in die Schaubäckerei und beobachtet den Prozess der Herstellung eines echten Emmentaler Ankezüpfe. Aber Achtung: Auch hier besteht eine gewisse Versuchung sich eine Scheibe des frischen Zopfes abzuschneiden.

Tradition und Innovation

So wie das Emmental kulinarisch auftrumpft, so lässt es auch kulturell die Herzen höher schlagen. Nahe des Kambly Museums gelegen, findet sich das Heimatmuseum Trubschachen. Mitten im Dorfkern angesiedelt, bestehend aus Bauernhaus, Stöckli und Spycher, gibt das Museum Einblick in die häusliche, bäuerliche und gewerbliche Vergangenheit des Emmentals. Die Siedlungsgruppe aus dem 18. Jahrhundert beherbergt eine Schautöpferei, wo kunstvoll bemalte Keramik hergestellt wird. Wer sich für die Traditionen des Emmentals interessiert, wird sicher auch die älteste Alphornmacherei der Schweiz in Eggiwil und die Glockengiesserei in Bärau besuchen wollen. Die Giesserei blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1730 wurden die ersten Glocken hergestellt. Wer geschickte Hände hat, kann unter professioneller Leitung seine eigene Glocke giessen und so den Klang des Emmentals für immer einfangen. Im Dörfchen Wasen findet die Vielfalt an traditionellen Handwerksbetrieben ihren Höhepunkt: Neben dem Örgelibauer und dem Sattlermeister können die Besucher des Handwerkerwegs auch einer Trachtenschneiderin oder einem Schmied über die Schulter schauen.

Von der Tradition weiter zur Innovation: Das Museum Franz Gertsch in Burgdorf besticht durch seine innovative Architektur und bildet einen puren Kontrast zu dem sonst so traditionellen Emmental. Die monumentalen Gemälde und Holzschnitte des Schweizer Künstlers Franz Gertsch kommen zusammen mit der futuristischen Architektur besonders gut zur Geltung. Der Bau ist ein spannendes Pendant zum Kulturschloss Burgdorf, welches das helvetische Goldmuseum sowie das Museum für Völkerkunde beherbergt. Nicht nur wegen seiner Museen lohnt es sich Burgdorf zu besuchen, auch Spaziergänge durch das mittelalterliche Altstädtchen bleiben in Erinnerung.

Die verschiedenen Facetten des Emmentals inspirieren. Dies spürte auch der Schweizer Schriftsteller Jeremias Gotthelf, welcher im tiefen Emmental bekannte Bücher wie «Uli der Knecht» oder «Die Käserei in der Vehfreude» schrieb. Heute kann sein schriftstellerisches Werk im Gotthelf Zentrum Lützelflüh unter die Lupe genommen werden. Hier kann in ein Stück Emmentaler Geschichte eingetaucht werden, das man so schnell nicht wieder vergisst.